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Die qualifizierte landwirtschaftliche Ausbildung für Hoferben - Eine Info-Versammlung von Landwirtschaftsamt Tirschenreuth, Berufsschule Wiesau, Maschinenring und Bayerischem Bauernverband am 13.03.2006 |
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Begrüßung durch Leitenden Landwirtschaftsdirektor Franz Kraus Der
Leiter des Landwirtschaftsamtes Tirschenreuth konnte in seinem Amt eine große
Anzahl von interessierten Schülern mit ihren Eltern begrüßen. Die Versammlung sollte
Entscheidungshilfen für künftige Hofnachfolger im Voll- oder Zuerwerb
bieten. Dazu stellte er die aktuellen Buchführungsergebnisse vor.
Insbesondere ging Herr Kraus auf die großen Schwankungen der letzten Jahre ein.
Er verglich in seinen Ausführungen die Wege der Aus- und Fortbildung in
der Landwirtschaft. Für Schüler, die Interesse an einem
Dienstleistungsberuf haben, ist der Weg über die Technikerschule nach der
Ausbildung sinnvoll. Wer aber sein Ziel in der Betriebsleitung eines
landwirtschaftlichen Betriebes sieht, sollte nach der Ausbildung,
Landwirtschaftsschule und Höhere Landbauschule anschließen. Die Krönung jeder beruflichen
Laufbahn sollte die Meisterprüfung sein. Der Leitende
Landwirtschaftsdirektor bot an, dass sich
Interessenten bei Landwirtschaftsoberamtsrat Manfred Zintl weitere
Informationen einholen können. |
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Der erste Schritt in die Ausbildung wird an der Berufsschule Wiesau gemacht Diesen
Part übernahmen Hartmut Krämer von der Staatlichen Berufsschule Wiesau
und Landwirtschaftsmeister Siegfried Thoma. Im Vortrag von Hartmut Krämer
wurde der Ablauf der dreijährigen Ausbildung geschildert: Bersonders ging
er auf die Fächer und Ausbildungsinhalte des Berufsgrundschuljahres Agrarwirtschaft
ein. Neben den fachtheoretischen Fächern nimmt die Praxis im
ersten Jahr der Ausbildung einen großen Stellenwert ein. An vier
Schultagen drücken die Schüler in Wiesau die Schulbank, während sie am
Freitag den Praxistag auf einem Meisterbetrieb verbringen. Siegfried
Thoma schilderte die praktische Ausbildung am Praxistag des
Berufsgrundschuljahres. Auch die vier
Wochen der überbetrieblichen Ausbildung in Bayreuth und Almesbach wurden erläutert. |
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Die Organisation der betrieblichen Ausbildung Für
den Abschluss des Lehrvertrages im Rahmen der betrieblichen Ausbildung
zeichnet der Ausbildungsberater Rainer Luber vom Ausbildungsamt Weiden
verantwortlich. Er bot allen interessierten Jugendlichen mit ihren Eltern
Einzelgespräche auf dem elterlichen Betrieb an. Ferner verwies er auf
Notwendigkeit, sich zügig um Ausbildungsstellen zu bemühen. Die Internet-Datenbank
des Landwirtschaftsministeriums kann dafür eine wertvolle Hilfestellung
sein. Luber beleuchtete auch die sozialversicherungspflichtigen Aspekte
und die Entlohnung während der zwei Jahre betrieblicher Ausbildung. In
diesen beiden Jahren organisiert er eine Reihe von Lehrlingsschulungen und
Wettbewerbe. |
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Mit einer qualifizierten Ausbildung ist ein interessanter Zuerwerb möglich Maschinenringvorsitzender
Josef Schmid aus Seidlersreuth hob hervor, dass der Maschinen- und
Betriebshilfsring mit seiner Tochtergesellschaft mittlerweile 40
Vollarbeitskräften als nebenberuflichen Betriebshelfern ein zusätzliches
Einkommen schafft. Die Grundlage dieser Tätigkeit ist allerdings eine
qualifizierte Ausbildung mit Fremdlehre. Für die soziale und
wirtschaftliche Betriebshilfe werden junge Helfer mit Spezialwissen in der
Rinder- und Schweinehaltung gesucht. Auch zur Waldarbeit, zum
Klassifizieren von Holz und für den Winterdienst werden qualifizierte
Helfer benötigt. Da jeder Betrieb anders geartet ist, verwies er darauf,
dass man für die spätere Betriebsleitertätigkeit bei der MR-Arbeit viel
dazu lernen kann. |
| Der
Berufsstand mit einem klaren Bekenntnis zur landwirtschaftlichen
Ausbildung Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Gregor Zölch, sah in der Versammlung eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Berufswahl. Wer allerdings einen 8-Stunden-Tag mit geregelter Freizeit erwartet, sollte lieber außerhalb der Landwirtschaft sein Wohl suchen. Für ihn war klar, dass sich trotz komplexer agrarpolitischer Situation mit einer qualifizierten Ausbildung in der Landwirtschaft immer wieder Wege und Möglichkeiten ergeben werden. Aufgrund der Situation in der Welternährung - besonders im asiatischen Raum - sah er für die Zukunft der Landwirtschaft mehr Licht als Schatten. |
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