Erkennen von Falschgeld – Vortragsreihe am BSZ Wiesau

 

Die Schülerinnen und Schüler der Einzelhandelsfachklassen des Beruflichen Schulzentrums Wiesau konnten sich im Rahmen einer Vortragsreihe aus erster Hand über Falschgeld informieren. Frau Maier, Falschgeldexpertin der Deutschen Bundesbank, Filiale Regensburg, klärte die Auszubildenden im Einzelhandel sehr kompetent darüber auf, wie man dem Problem Falschgeld an der Kasse im Einzelhandel begegnet.

Insgesamt ist der Kampf gegen Geldfälscher in den vergangenen Jahren durchaus erfolgreich gewesen. So sank die Zahl der Fälschungen in Deutschland um etwa ein Drittel. Am häufigsten werden in Deutschland die
50 €-Banknoten gefälscht, im europäischen Ausland die 20 €-Banknoten. 100 €-Banknoten und vor allem 200 €-Banknoten sind deutlich seltener Fälschungen. Zu erkennen sind gefälschte Banknoten an einer ganzen Reihe von Sicherheitsmerkmalen. Echte Banknoten bestehen aus reiner Baumwolle und fühlen sich daher griffiger und fester an als Fälschungen aus Papier, welches aus der Zellulose des Holzes hergestellt wird. Ferner wird durch das Stichtiefdruckverfahren eine unebene Oberfläche auf den echten Banknoten erzeugt, die man ertasten kann. Hält man echte Banknoten gegen das Licht, fallen der ins Papier eingearbeitete dunkle Sicherheitsfaden auf sowie die helleren Wasserzeichen, an denen das Papier dünner ist. Die Echtheit der Wasserzeichen lässt sich relativ leicht dann erkennen, wenn man die Banknote auf einen dunklen Untergrund legt, dann muss an den dünneren Wasserzeichenstellen die dunkle Farbe durchschimmern. Beim Kippen der echten Banknoten fällt auf der Vorderseite das Hologramm auf, je nach Betrachtungswinkel zeigen sich die Wertzahl der Banknote und das €-Symbol auf einem regenbogenfarbenen Hintergrund. Auf der Rückseite der Banknoten erscheint beim Kippen ein glänzender Streifen mit Wertzahl und €-Symbol. Vom 50 €-Schein an aufwärts befindet sich auf der Vorderseite ein besonders aufwändiges Hologramm mit wechselndem Inhalt, je nach dem Winkel des Betrachters. Zusätzlich ist bei diesen Banknoten auf der Rückseite die Wertzahl mit einer optisch variablen Farbe ausgestattet, die sich ebenfalls mit dem Betrachtungswinkel ändert. Derzeit werden im Einzelhandel nur etwa 10 bis 15 Prozent des Falschgeldes entdeckt. Der Zeitdruck beim Kassieren sowie die Gefahr, den Kunden durch eine offensichtliche, intensive Falschgeldkontrolle zu beleidigen, sind dafür die Hauptgründe. Besonders häufig nutzen Geldfälscher Zeiten des Hochbetriebes an der Kasse, um mit einer relativ „großen“ Banknote nur eine Kleinigkeit zu kaufen. So tauschen sie ihr Falschgeld in echtes Geld. Besondere Vorsicht ist beim Kassieren auch dann geboten, wenn es der Kunde an der Kasse besonders eilig hat oder er den Kassier während des Kassiervorganges in ein ablenkendes Gespräch verwickelt, indem er beispielsweise nach einem bestimmten Weg fragt. Erkennt man Falschgeld beim Kassieren, ist der Kunde aufzufordern, auf die Polizei zu warten, diese ist sofort zu verständigen. Weigert sich der Kunde zu warten, darf der Einzelhändler keinesfalls den Helden spielen, die eigene Sicherheit geht immer vor. Falls möglich, sollte man sich das Fluchtauto und dessen Kennzeichen merken. Gefälschte Banknoten sind vollkommen wertlos, sie sind an die Polizei weiterzuleiten, ihre Weitergabe an andere Kunden wäre eine Straftat.

Nach dem hochinformativen Vortrag erhielten die Auszubildenden von Frau Maier echtes Falschgeld ausgehändigt, womit die neu erworbenen Kenntnisse auch gleich in der Praxis getestet und umgesetzt werden konnten.

 

 

 

 

 

Frau Maier von der Deutschen Bundesbank überreicht den Schülern VerkäuferInnen bzw. Kauffrau/-mann im Einzelhandel echtes Falschgeld.


Peter Riedl, StD
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